Siegel prüfen

4. August 2026

Was ist HumanTrustSeal? Der Fakecheck, der für alle Profile gilt

HumanTrustSeal ist ein unabhängiger Fakecheck: einmal geprüft, für alle angegebenen Profile gültig, zwölf Monate lang und von jedem selbst nachschlagbar — statt für jede Anfrage ein neues Foto mit Zettel.

Die kurze Antwort

HumanTrustSeal ist ein unabhängiger Fakecheck für Profile im Erotikbereich — formal gesprochen eine unabhängige Prüfstelle, aber niemand sucht nach einer Prüfstelle. Gesucht wird nach Fakecheck, und genau das ist es: derselbe Nachweis, den in diesem Feld ohnehin jeder verlangt, nur einmal statt hundertmal und für alle Profile zusammen. Geprüft werden zwei Dinge: dass eine reale, volljährige Person hinter einem Profil steht, und dass die Profile, die diese Person angibt, ihr tatsächlich gehören. Geprüft wird von einem Menschen, anhand eines amtlichen Ausweisdokuments und eines Videos, in dem die Person diesen Ausweis selbst in der Hand hält. Fällt die Prüfung positiv aus, entsteht eine öffentliche Siegelseite, die jeder aufrufen kann — mit dem Pseudonym, den bestätigten Profilen, Prüfdatum und Gültigkeit.

Der bürgerliche Name erscheint dabei nie. Das ist nicht Beiwerk, sondern der Zweck: die Person soll ihre Echtheit belegen können, ohne sich zu enttarnen. Betrieben wird der Dienst von Whitelabs Consulting in Stockach, Deutschland, seit dem 31. Juli 2026.

Nicht zu verwechseln mit

CoreTrustSeal ist eine internationale Zertifizierung für Forschungsdatenzentren und digitale Archive. Trotz des ähnlichen Namens besteht keine Verbindung. Wer nach HumanTrustSeal sucht und bei CoreTrustSeal landet, ist im falschen Feld: hier geht es nicht um Datenarchive, sondern um die Frage, ob hinter einem Profil ein Mensch steht.

Ebenfalls etwas anderes sind Verifizierungshaken von Plattformen. Ein blaues Häkchen bei Instagram oder X bestätigt in der Regel ein bezahltes Abonnement oder öffentliche Bekanntheit, nicht eine geprüfte Identität. Und ein Abzeichen im Profilbild ist überhaupt kein Nachweis — Bilder kann jeder in ein anderes Bild montieren.

Das Problem, das es löst

Im Erotikbereich ist der Fakecheck seit Jahren Alltag. Wer sucht, will nicht auf ein Profil mit zusammengesuchten Bildern hereinfallen. Wer anbietet, wird deshalb ständig gebeten, sich zu beweisen — typischerweise mit einem Foto, auf dem ein handgeschriebener Zettel mit dem Datum und dem Namen der fragenden Person zu sehen ist.

Dieses Verfahren hat niemand eingeführt; es ist von unten gewachsen, weil die Not da war. Und es hat drei Fehler, die zusammen dafür sorgen, dass beide Seiten schlechter dastehen als nötig:

  • Es ist Arbeit ohne Ende. Jede neue Anfrage bedeutet ein neues Foto, weil ein altes nichts belegt. Der Aufwand wächst mit dem Erfolg.
  • Es entsteht ein Vorrat an Beweisfotos in fremden Händen. Bilder mit Gesicht, Datum und einem fremden Namen, deren weiteren Weg niemand kontrolliert.
  • Der Nachweis geht an die falsche Adresse. Er landet bei der Person, die gefragt hat, und ist damit für alle anderen wertlos. Wer ihn weiterschickt, schickt nur eine Bilddatei — und eine Bilddatei kann jeder haben, auch der, der sie nicht selbst gemacht hat.

Warum „für alle Profile" der Kern ist

Ein üblicher Fakecheck gilt für einen Menschen, einen Moment und eine Anfrage. Ein Siegel von HumanTrustSeal gilt für alle Profile, die auf ihm stehen, für zwölf Monate, gegenüber jedem, der fragt.

Das ist praktisch der ganze Unterschied. Wer auf Markt.de anbietet, hat meistens nicht nur dort ein Profil: dazu kommen Telegram, WhatsApp, Instagram, OnlyFans, Fansly, eine eigene Website. Jedes dieser Profile wird bisher einzeln bezweifelt und einzeln belegt. In einer Prüfung werden alle zusammen bestätigt und stehen danach gemeinsam auf einer Seite. Wer dort ein Profil findet, weiß nicht nur, dass dieses eine echt ist, sondern auch, dass die anderen daneben derselben Person gehören.

Genau das kann ein Foto mit Zettel nicht leisten, und genau das ist der Grund, warum die Richtung des Nachweises stimmen muss: Die Auskunft kommt von der Prüfstelle, auf ihrer eigenen Adresse, an jeden der fragt — nicht als Datei von der Person, die etwas belegen will.

Wie die Prüfung abläuft

Fünf Schritte, in dieser Reihenfolge:

  • 1. Pseudonym. Der Name, unter dem die Person auftritt. Er steht später öffentlich auf dem Siegel. Der bürgerliche Name nie.
  • 2. Profile belegen. Für jedes angegebene Profil wird ein Code vergeben, der für kurze Zeit in die Profilbeschreibung eingetragen wird. Wer den Code dort setzen kann, hat Zugriff auf das Profil — das ist der Nachweis. Bei einer Telefonnummer läuft es umgekehrt: die Person schickt eine Nachricht mit ihrem Code, denn eine Nummer hat keine Profilbeschreibung. Zeigt eine Plattform Bots keine Profilseiten, was bei Instagram und OnlyFans der Normalfall ist, sieht ein Mensch nach.
  • 3. Ausweis und Video. Ein Foto oder Scan eines amtlichen Ausweisdokuments — lesbar müssen nur Vor- und Nachname, Geburtsdatum und das Foto sein, alles andere darf abgedeckt werden. Dazu ein kurzes Video, in dem Gesicht, Ausweis und ein Zettel mit einem von uns vorgegebenen Code gleichzeitig zu sehen sind. Der Code belegt, dass die Aufnahme für diese Prüfung gemacht wurde und nicht irgendwo herumlag.
  • 4. Gebühr. 59,95 Euro für zwölf Monate, fällig vor der Prüfung. Sie bezahlt die Prüfung, nicht das Ergebnis.
  • 5. Ein Mensch entscheidet. Keine Gesichtserkennung, keine biometrischen Vorlagen, keine automatisierte Entscheidung. Der Grund einer Ablehnung wird immer mitgeteilt. Danach werden Ausweisbild und Video gelöscht, spätestens 14 Tage nach dem Upload — in jedem Fall, auch bei Ablehnung.

Was öffentlich wird und was nicht

Öffentlich: Pseudonym, die bestätigten Profile mit Name und Adresse, Prüfdatum, Gültigkeitsdatum, Prüf-ID und das Kürzel der prüfenden Person. Eine geprüfte Telefonnummer erscheint ausschließlich maskiert.

Nicht öffentlich, zu keinem Zeitpunkt: bürgerlicher Name, Geburtsdatum, Anschrift, Ausweisbild, Video, E-Mail-Adresse. Das Video wird nie veröffentlicht und nie weitergegeben.

Auch die Adresse der Siegelseite verrät nichts: sie wird bei der Ausstellung vergeben und besteht aus dem Pseudonym und einer kurzen Kennung. Sie ist nicht frei wählbar, damit sich niemand die Adresse mit dem Namen einer anderen Person sichern kann.

Wie man ein Siegel nachschlägt

Auf www.humantrustseal.com/pruefen, ohne Konto und ohne Anmeldung. Eingeben lässt sich der Profilname, aus dem man angeschrieben wurde, die Telefonnummer, die geschrieben hat, oder die Prüf-ID vom Siegel.

Die eine Regel dabei: selbst nachschlagen, nicht einem Link folgen. Wer einen Link anklickt, den ihm jemand geschickt hat, sieht die Seite, die dieser jemand ausgesucht hat. Wer die Adresse selbst eintippt, sieht die Auskunft der Prüfstelle. Ein Screenshot belegt nichts, ein Abzeichen im Profilbild belegt nichts.

Für die technische Prüfung: jede Urkunde wird bei der Ausstellung mit Ed25519 signiert und danach nie neu berechnet. Der öffentliche Schlüssel steht unter www.humantrustseal.com/api/public/key und lässt sich unabhängig nachrechnen. Ein Siegel kann zurückgenommen werden; die Siegelseite sagt das dann ausdrücklich.

Was das Siegel ausdrücklich nicht aussagt

Es sagt nichts über Angebote, Preise, Absprachen, Zuverlässigkeit oder Verhalten. Es ist keine Empfehlung, keine Bewertung und kein Gütesiegel für eine Dienstleistung. Es beantwortet eine einzige Frage: steht hinter diesem Profil die Person, die dort auftritt.

Und es gilt nur für die Profile, die darauf stehen. Ein Profil, das nicht auf der Siegelseite aufgeführt ist, ist nicht geprüft — auch wenn es dieselben Bilder zeigt und denselben Namen trägt.

Wir behaupten außerdem nicht, etabliert oder anerkannt zu sein. Der Dienst läuft seit Ende Juli 2026. Wer das Siegel bewertet, sollte es an dem messen, was nachprüfbar ist: dass die Auskunft von uns kommt, dass die Urkunde signiert ist, und dass ein Mensch namentlich für die Entscheidung steht.

Fakten auf einen Blick

Häufige Fragen dazu